Triebenbacher Brückenpläne vor dem Aus? von Hannes Höfer (Sept. 2012)

Bleibt die Idylle? Foto: Hannes Höfer

Studie nichtöffentlich den Stadträten von Laufen und Oberndorf vorgestellt – Sie wird am 4. Oktober in der Salzachhalle den Bürgern präsentiert

Laufen (höf). Offen ausgesprochen hat es keiner, aber die Kommentare von Stadträten und Bürgermeistern zwei Tage nach der Sitzung lassen nur einen Schluss zu. Die Idee, Laufens Altstadt mit dem Bau einer Salzachbrücke bei Triebenbach zu entlasten, ist wohl vom Tisch. Wie die beiden anderen untersuchten Varianten letztlich abgeschnitten haben,  bleibt vorerst geheim. Am 4. Oktober 2012 um 19.30 Uhr werden die beteiligten Planungsbüros die Ergebnisse in der Salzachhalle präsentieren.

Es war nicht die erste Studie in Sachen Brückenbau. Bereits 2005 hat man vier mögliche Standorte zwischen Freilassing und Laufen untersucht. Die Erstellung dieser neuen weiteren vergleichenden Brückenstudie hat zwei Jahre gedauert. Zu lange, meinten manche und hegten den Verdacht, es wäre nicht das herausgekommen, was die Auftraggeber wollten und sie wäre still und heimlich in den Schubläden verschwunden. Auftraggeber dieses 40.000 Euro teuren Untersuchung waren die Stadt Salzburg, der Landkreis Berchtesgadener Land und die Städte Laufen und Oberndorf. Auf österreichischer Seite zahlt Salzburg die 20.000 €, auf bayerischer Seite der Landkreis 15.000 € und die Stadt Laufen 5.000 €.

Tatsächlich war die Studie bereits im Mai dieses Jahres den Fachbehörden und Auftraggebern präsentiert worden. Und musste überarbeitet werden. Laufens Bürgermeister Hans Feil nannte als Grund damals gegenüber Ihrer Lokalzeitung, dass die zukünftige Laufener Ortsumfahrung nicht berücksichtigt worden sei. Diplom-Ingenieur  Dietmar Krammer beschreibt auf Nachfrage derartige Zwischengespräche als normalen Vorgang, es sei üblich, dass eine „Rückkoppelung“ erfolge. Der Fachmann aus Puch hat Straßenplanung und Verkehrswirksamkeit untersucht. Das Traunreuter Büro ING kümmerte sich um Umwelt und Landschaftsplanung. Ganz nebenbei bemerkt Krammer: „Die Verzögerungen lagen nicht an uns.“

Der Leiter des Referates Straßenbau und Verkehrsplanung im Amt der Salzburger Landesregierung, Dr. Roland Hittenberger, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nicht wenige bezeichneten die neuerliche Untersuchung als „Farce“, ging es doch eindeutig nicht darum, nach wirklichen Alternativen zu suchen, sondern lediglich der Brüsseler Bürokratie zu zeigen: Seht her, wir haben gesucht, aber keinen besseren Standort gefunden. Untersucht wurde neben der Wunschlösung Triebenbach eine stadtnahe Variante in Niedervillern auf Höhe des neuen Sportplatzes, und eine im Norden bei Letten. Zu Ersterer hatten sowohl Oberndorfs als auch Laufens Stadtrat bereits zuvor erklärt, dass sie keinesfalls in Frage käme, bei Letten beziehungsweise Maria Bühel auf der gegenüberliegenden Flussseite hatte Oberndorf sein klares Nein betont.

Ende Oktober 2010 hatte Oberndorfs Bürgermeister Peter Schröder im Gespräch mit Ihrer Lokalzeitung kritisiert: „Es werden Varianten angedacht, die keinen Sinn machen“. Für ihn komme nur Triebenbach in Frage. „Meine Entscheidung ist gefallen.“  Überraschenderweise hatten diese Variante kurz zuvor auch das Land und die Stadt Salzburg akzeptiert, obschon man dort lange Zeit eine stadtnahe Flussüberquerung im Bereich Freilassing-Eham  favorisiert hatte. Das Problem im Raum Triebenbach: auf beiden Seiten der Salzach handelt es sich um Natura-2000- und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat). Projekte in solch geschützten Naturräumen sind mit „hohem ökologischen Risiko“ behaftet, eine Verwirklichung nur möglich, wenn Mensch und Gesundheit gefährdet ist, und eine andere Lösung ausgeschlossen.

Auch wenn Bürgermeister Feil das Ergebnis der Studie in Punkto Triebenbach noch nicht preisgeben will, sein Kommentar dazu war unzweideutig: „Jetzt wissen wir, woran wir sind und über was müssen wir reden. Und das war es mir wert.“

 

Autor und Foto: Hannes Höfer

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